Werben für die Beziehung

Eine Geschenkverpackung hat einiges mit einer industriellen Produktverpackung gemeinsam: Sie soll "Appetit" auf den Inhalt machen und dem Empfänger eine Vorfreude auf den Gewinn vermitteln, den das Geschenk bzw. das Produkt erbringt. Eine Produktverpackung unterstützt wesentlich das "Kauferlebnis". Ziel einer Produktverpackung ist es, den Kunden zum Kauf zu animieren. Ist das Produkt gekauft, hat die Verpackung ihren Zweck im wesentlichen erfüllt.

Auch eine Geschenkverpackung wird vom Empfänger des Geschenks "gekauft". Der Empfänger ist zwar der Freiheit beraubt, eine Entscheidung für oder gegen den "Erwerb" des Geschenks zu treffen. Denn das Ablehnen eines Geschenks verbietet sich aus kultureller Tradition. Dennoch nimmt der Empfänger wie ein Kunde eine Bewertung des Geschenks und dessen sorgfältiger oder eben liebloser Verpackung vor. Und er wird sich bei passender Gelegenheit mit einem Gegengeschenk oder einer Gegenleistung in anderer Form bedanken. Schenken hat seit je her etwas mit einem unausgesprochenen Tauschgeschäft zu tun.

Die Industrie legt großen Wert auf aufwendig gestaltete Produktverpackungen. Die Natur im übrigen auch: Viele Pflanzen und Tiere - nicht nur Orchideen und Pfauen - "verpacken" sich äusserst reizvoll. Der Werbung wegen. Für Fotos, die auf Verpackungen von Damenstrumpfhosen erscheinen, vergeben die führenden Hersteller Aufträge an die besten Fotografen der Welt. Denn viele Frauen kaufen weniger eine praktische Strumpfhose, als vielmehr die Sehnsucht nach schönen, langen Beinen. Beinen, mit denen sich werben lässt.

Geschenkverpackungen bewerben mehr als den Inhalt. Der Produktverpackung, mag sie noch so stylish und makellos daherkommen, fehlt etwas entscheidendes: das persönliche Element. Erst die persönlich angefertigte Geschenkverpackung bringt die Wertschätzung für den Empfänger zum Ausdruck.